Naturbeziehung

Mensch im Naturreich: Ein Störfaktor?

Ist der Mensch in Naturfotos ein unnatürlicher Fremdkörper?

Waldmensch Waldmensch Foto: Nathan Arns

„Lustigerweise werden Landschaften immer dann als atemberaubend schön empfunden, wenn kein Mensch darin zu sehen ist. […] Irgendwie ist der Mensch ein Störfaktor.“

Diese Zeilen schnappte ich vor einigen Tagen in einem Fotoforum auf. Ich fühlte mich ertappt und musste unmittelbar an eine Begebenheit vor ein paar Wochen denken, wo ich meinen Reisebegleiter Nathan darum gebeten hatte, doch bitte ein  paar Schritte nach links aus dem Bild zu gehen. Denn ich wollte ja im zarten Abendlicht die zauberhafte Bergkette mit den rosa Wölkchen am Horizont ablichten. Über eine Herde Karibus hätte ich mich gefreut, aber Nathan musste unbedingt aus dem Bild. Ist der Mensch in Natur- und Landschaftsfotos tatsächlich ein Störfaktor?

Abgetrennt von der Mitwelt

Stacheldrahtzaun mit Dornenstrauch

Sind wir Menschen heute noch ein Teil der Natur?

Es scheint fast, als sei im Prozess der fortschreitenden Zivilisierung unsere Naturverbindung wie eine Nabelschnur abgeschnitten worden. Oder wie ist es zu erklären, dass wir mehr Zeit am Bildschirm, als im Wald verbringen? Ist das der Preis für unseren Fortschritt?

Bei der Tatsache mit den „entmenschlichten Landschaftsfotos“ geht es um weit mehr als Detailfragen der fotografischen Bildgestaltung. Was ich mich wirklich frage:

Ist der moderne Mensch in der Natur heute ein störender Fremdkörper?

 

Naturfilme

Warum bleibt der Mensch in Naturdokus meist ungesehen?

In Naturdokumentationen und Tierfilmen sieht das nicht anders aus. Süße Äffchen, bunte Blütenkelche und atemberaubende Vulkanausbrüche betrachten wir darin als außenstehendes Umfeld.

Nachdem uns seine natürlichen Feinde aufgezählt wurden erfahren wir vom Erzähler neben der durchschnittlichen Körpergröße des Vierbeiners im Bild sein biologisches Optimum und die geografische Verbreitung. Der Mensch und welche Rolle er in der Natur spielt geht dabei unter. Sind wir als außenstehende Beobachter geboren, ist das unsere Aufgabe auf der Erde?

Keine Frage, es gibt wundervolle Naturfilme mit Aufnahmen die mich wirklich berührt haben, gerade weil sie unbekannte Teile der Erde aus ganz neuen Blickwinkeln zeigen und ich mich bei vielen Bildern wirklich in die Planetin verliebt habe.

Doch was für eine Rolle spielt der Homo Sapiens in diesem wunderbaren Geflecht des Lebens?

 

Sind Bäume unsere Brüder?

Ich fühl mich nicht fremd, draußen im Grünen! Bei meinen Streifzügen durch heimische Wiesen und Wälder erfahre ich unbestreitbar einen tieferen Lebenssinn, welcher mir in der Stadt fehlt.

Ich weiß dann wieder, wer ich bin. Bäume, Vögel und andere Tiere sind hier Teil meiner Familie, wir sind verwandt. Von ihnen lerne ich viel über den Sinn des Lebens! Wenn ich mir nur genug Zeit dafür gebe, erlebe ich hier draußen immer wieder solche inspirierenden Momente. Es ist wie ein Geschenk der Schöpfung, es sind diese Lebensmomente, für die ich eigentlich lebe!

 

Flowcean

In unserem Naturfilmprojekt „Flowcean“ wollen wir genau darauf eingehen. Wir experimentieren mit Bildern der Begegnung, das Aufeinandertreffen von Mensch und Natur. Einen erstem Eindruck wie diese, fast schon ungewöhnliche Begegnung aussehen könnte, vermittelt vielleicht dieses Video:

Wir werden bald weitere Videos veröffentlichen. Ich muss dazu sagen, dass es sich bei allen Videos um noch nicht fertig abgeschmeckte Apettit-Häppchen handelt, also nur ein ungewürzter Vorgeschmack des Films. Damit meine ich, dass wir dieses Video-Materiel im späteren Flowcean Film ganz anders verarbeiten werden. Was genau am Ende dabei rauskommt wissen wir ncoh gar nicht – und deshlab interessiert uns Deine Meinung dazu brenndend! Jeder Kommentar hilft uns weiter!

Und bitte bedenken: Kritische Stimmen, die sagen was noch gar nicht gut passt, sind für die Entwicklung des Filmes am wertvollsten!

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